Auftanken am Meer – eine Phantasiereise

Auftanken am Meer

auftanken am Meer, eine Phantasiereise

auftanken am Meer, heiklein.de

Du gehst aus dem Haus.

Hinter dem Garten beginnt ein kleiner Weg, kniehohes, grün braunes Gras streift deine Beine. Du folgst dem geschlungenen kleinen Pfad, rechts und links vom Pfad sind windschiefe, niedrige Bäume und Sträucher. Die Blätter sind noch grün, beginnen jedoch von Wind schon zu trocknen. Vereinzelt zupft der Wind sie ab, sie werden über den Pfad geweht. Er weht auch um dich, spielt mit deinen Haaren, säuselt in deinen Ohren, streift kühl dein Gesicht.

Am Himmel suchst du die Sonne.

Viele Wolken bedecken den Horizont, wie eine weiße träge Decke. Milchig scheint die Sonne daraus hervor. Du streckst ihr dein Gesicht zu und suchst ihre Wärme. Ganz leicht spürst du sie. Dein Gesicht entspannt sich, ein kleines wohliges Lächeln lässt deine Augen aufleuchten.

Weiter folgst du den Weg, er wird zunehmend sandiger. Du breitest deine Arme aus, als wolltest du dich von Wind tragen lassen. Er schiebt dich ein wenig. Genieße das Gefühl frei und ungebunden zu sein, dich gehen zu lassen. Geweht zu werden.

Die Luft riecht leicht salzig.

Tief atmest du die würzige Briese ein und aus. Noch einmal nimmst du einen tiefen Atemzug, du hältst die Luft ein wenig an und atmest anschließend langsam und entspannt wieder aus. Mit jedem Atemzug merkst du, wie deine Anspannung den Körper verlässt.

Du gehst den Weg weiter, sandiger wird er, immer sandiger. Deine Schritte werden langsamer, tief sinken deine Füße in den Sand ein. Ziehe deine Schuhe und Strümpfe aus. Barfuß spürst du den warmen Sand an deinen Füßen. Wie körnig er ist, wie weich. Er kribbelt an deinen Füßen, sie werden ganz warm.

So wie der Sand deinen Gang verlangsamt, verlangsamen sich deine Gedanken.

Du setzt dich in den warmen Sand. Immer mehr spürst du in dich hinein. Du fühlst wie deine Waden leicht in den Sand einsinken, schwer und warm. Genau wie deine Oberschenkel, auch sie sinken leicht ein und sind schwer und warm. Dein Gesäß entspannt sich. Du legst dich auf den Rücken. Der warme, weiche Sand schmiegt sich deinem Körper an. Du fühlst wie sich deine Wirbelsäule entspannt. Das Kreuzbein, die Lendenwirbelsäule, die Brustwirbelsäule mit deinen Rippen.

Dein Kopf liegt entspannt. Vielleicht auf ein kleines Handtuch, das du mitgenommen hast. Atme tief ein und wieder aus. Der Sand nimmt deine Sorgen und Spannungen auf und lässt Wärme und frische Energie durch deinen Körper fließen. Du fühlst dich eins mit dem Sand, immer mehr Anspannung gibst du ab, immer mehr Energie und Wärme strömen durch deinen Körper.

Höre das Meer, wie die Wellen an den Strand rollen, sie kommen und gehen.

Wie dein Atem. Ein und aus. Hin und zurück. Ein und aus. Wellen kommen und Wellen gehen, wie deine Gedanken, lass sie ziehen. Schau sie dir an, wie die Wolken über dir. Sie ziehen über dich weg. Wie deine Gedanken. Schau ihnen hinterher. Lass sie ziehen.

Die Sonne kommt hervor und du geniest ihre plötzliche Wärme und ihr Licht.

Du schließt die Augen, lächelst entspannt und atmest langsam aus. Die Wärme breitet sich auf deine Brust aus, deinem Bauch, deinen Oberschenkeln, deinen Unterschenkeln, ja selbst deine Fußrücken und Zehen spüren die wohltuende Wärme. Völlig entspannt bist du. Du leckst über deine Lippen und schmeckst einen leicht salzigen Geschmack. Fühle dich wohl und gelassen. Bleibe noch ein wenig und genieße die Sonne, den Wind, das Meer und die Wellen. Die Ruhe, die sich in dir ausbreitet und die Kraft die durch deinen Körper fließt. Alles kannst du nun erreichen. Atmen nochmal tief ein und aus. Geniesse das Auftanken am Meer.

Streck dich aus, mach dich ganz lang, wie eine Katze, reck dich, öffne die Augen, atme nochmal tief ein und aus und komme wieder in die Gegenwart zurück. Mit neuer Gelassenheit und Kraft kannst du dich deinem Alltag wieder stellen.

Wenn du magst, kannst du den Weg wieder folgen und auftanken am Meer.

Meine Gedanken wandern bei der Reise oft an die Ostsee, zu meinem „Seele baumel Paradies“.

 

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